„Uns ist wichtig, dass wir unterrichten können“

Grundschule Ichenheim unter Corona-Bedingungen | Unterricht steht im Vordergrund

NEURIED-ICHENHEIM. Alle Lehrkräfte, dreizehn an der Zahl und ausschließlich weiblich, sind im Dienst, der Stundenplan ist gut gefüllt. „Wir sind zufrieden“, sagt Rektorin Carola Jäger und klopft auf den Tisch im Lehrerzimmer. „Uns ist wichtig, dass wir unterrichten können“, so die Rektorin nach Beginn des neuen Schuljahres, das auch für die Grundschule Einschränkungen und Vorsichtsmaßnahmen bedeutet.

Die erste und zweite Klasse haben einen separaten Ein- und Ausgang, die dritte und vierte ebenfalls. Obwohl für die Grundschule keine Maskenpflicht existiert, tragen die insgesamt 123 Schülerinnen und Schüler beim Verlassen der Klassenzimmer Mund- und Nasenschutz. Auch wenn sie auf die Toilette gehen. In der Pause auf dem Schulhof wird keine Maske getragen.

Das für die Grundschule entwickelte Hygienekonzept tragen die Eltern mit. Der erste Online-Elternabend ist in Vorbereitung. Alle nehmen die Bedingungen an. „Die Lehrerinnen halten sich privat zurück, meiden Familienfeiern“, berichtet die Rektorin. Der Unterricht soll gewährleistet bleiben, auch wenn die Sorge einer Infektion mitschwingt. Ein Konzept für den Fern-Lern-Unterricht ist bereits ausgearbeitet.

„Ich komme gut zurecht“, fasst Lehrerin Anja Göppinger die Einstellung in der Grundschule zusammen: „Ich habe keine Angst. Ich halte mich an die Regeln. Alles andere haben wir nicht in der Hand.“

Wenn der Abstand im Klassenzimmer nicht eingehalten werden kann, tragen die Lehrerinnen Masken. Am Pult sind Plexi-Glas-Scheiben angebracht, wenn die Kinder nach vorn kommen und Fragen haben oder etwas zeigen wollen. Dann schieben sie die Blätter wie am Bankschalter durch einen Schlitz.

Auch die Kinder nehmen es an. „Sie wachsen damit auf“, sagt die Rektorin. Da es in der Grundschule nicht möglich ist, nur von vorn zu unterrichten, gehört die Maske in diesen Zeiten zur Schule wie die Kreide an der Tafel. „Man geht in der Grundschule immer zu den Kindern.“

Zur Zufriedenheit über den Beginn des neuen Schuljahres kommt dennoch ein Bedauern: „Das Singen fehlt“, sagt Jäger. Sehr viele Kinder waren im Chor, der eine Herzensangelegenheit der Rektorin ist. Das Musical ist für dieses Jahr abgesagt. „Wann dürfen wir wieder singen?“, würden die Kinder oft fragen. Einmal waren sie draußen auf dem Schulhof zum Singen, aber die Kleinen sprangen vergnügt herum. Deren Einschulung sah dieses Jahr anders aus als früher. Keine große Feier, kleine Gruppen. Nur die Schultüten zu diesem großen Einschnitt sind geblieben, die geleert und mit Zeitungspapier gefüllt ausgestellt sind, bis der Schulfotograf kommt. Vor allem bei den Erstklässlern spürt man die veränderten Bedingungen, sagen die Pädagoginnen. Bereits die Einführung während der Kindergartenzeit im Frühjahr war nicht möglich. Etwas fremd fühlten die Kinder sich daher schon. Bei den anderen Klassen laufe es jedoch unproblematisch.

 

HR | 12.10.2020

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