Schwanauer Wald soll sich vom Eschensterben erholen

Stieleiche ein Ersatz für “Brotbaum” Esche | Künftig weniger Einschlag als in den Vorjahren

SCHWANAU. Der zehnjährige Wirtschaftsplan für den Schwanauer Wald endete 2019. Der neue Plan wurde am Montag vom Gemeinderat verabschiedet. Angesetzt sind 9.000 Festmeter (Fm) weniger Ertrag als in der Vorperiode.

Forstamtsleiter Hans-Georg Pfüller und Revierleiter Klaus Niehüser stellten den Forstbetriebsplan vor. Der Schwanauer Wald ist 752 Hektar (ha) groß, das ist rund ein Viertel der Gemeindefläche. Als überwiegender Auenwald besteht er zu 99 Prozent aus Laubbäumen, nur ein Prozent sind Nadelbäume.

Das Eschentriebsterben der letzten Jahre hatte zur Folge, dass der stehende Holzvorrat um sieben Prozent gegenüber der Vorperiode auf jetzt 177 Fm/ha zurückgegangen ist. Der Eschenanteil ist von 26 auf 12 Prozent gesunken. Die Bäume mussten außerplanmäßig gefällt werden. Der Einschlag betrug deshalb 43.000 statt der geplanten 30.000 Fm.

Weniger Bestand bedeutet auch geringere Wuchsleistung, gegenwärtig sind es 6 Fm/ha Ernteholz im Jahr. Für die nächsten zehn Jahre sind 33.000 Fm Einschlag geplant, das sind 4,4 Fm/ha und Jahr und damit weniger, als nachwächst. Der Wert sei vergleichweise niedrig, im Schwarzwald seien es etwa 8 Fm. Schwanau erhält vom Land 30 Euro pro Fm Mehrbelastungsausgleich, der unterhalb einer Nutzung von 5 Fm gewährt wird.

Der Schwanauer Wald sei sehr vielfältig, sagte Pfüller. Dominierende Baumarten seien Bergahorn (19 %), Hainbuche (13 %), Esche (12 %), sowie Stieleiche, Schwarzpappel und weitere Laubbaumarten mit Anteilen zwischen drei und zehn Prozent. Außer dem Eschensterben gebe es keine negativen Auffälligkeiten. Infolge des Sturms “Lothar” (1999) gebe es viele junge Bestände, diese seien naturgemäß pflegeintensiv.

Hartmut Lässle wollte wissen, wie sich die Zahlen finanziell auswirkten. Geplant sei eine schwarze Null, sagte Klaus Niehüser. Auf die Frage, welche Baumarten die Esche ersetzen könnten, nannte Niehüser Stieleiche (“wirtschaftlich interessant”), Pappel und Hainbuche.

 

DK | 21.7.2020

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