Schwanau setzt Baulandpreise hoch

Gemeinde will von Teuerung profitieren | Gewinne fließen in Infrastruktur

SCHWANAU. 250 Euro pro Quadratmeter verlangt Schwanau für Baugrund im Gebiet “Waldweg”. Das legte der Gemeinderat am Montag fest.

290 Euro, wie von der Verwaltung angestrebt, waren den meisten Räten zu viel. Dagmar Frenk (SPD) plädierte für 270 Euro. “Die hohen Preise müssen der Bevölkerung erklärt werden”, mahnte sie und setzte eine Reihe gleichgesinnter Wortmeldungen in Gang. Günter Walter (Freie Wähler) wollte nur 250 Euro gelten lassen. Listenkollege Georg Zeller forderte dagegen 270 Euro. Hartmut Lässle (Liste Hartmut Lässle) kritisierte das Preisniveau, ohne einen Betrag zu nennen: “Solche Preise konterkarieren unsere sozialen Absichten bei der Bauplatzvergabe.”

Sozial im Sinne von Förderung einkommensschwächerer Bevölkerungsgruppen konnte damit nicht gemeint sein, denn dieser Aspekt ist nicht Teil der Vergaberichtlinien, die erst letzte Woche neu gefasst wurden (siehe LJ-Kommentar). So oder so kann am Waldweg nur bauen, wer überdurchschnittlich verdient oder Vermögen hat. Das gilt auch bei 250 Euro, die mehrheitlich vom Rat beschlossen wurden.

Nach einer Erhebung der Verwaltung liegt Schwanau mit dem Preis im Mittel der umliegenden Gemeinden. Demnach bewegt sich die Spanne zwischen 295 (Friesenheim) und 235 Euro (Kappel-Grafenhausen). Wolfgang Brucker bezeichnete “Waldweg” als gehobene Wohnlage. Als Bürgermeister hat er den Gemeindehaushalt im Blick, zu dem die Baulandverkäufe erheblich beitragen. Bei 290 Euro wären dies nach Abzug der Kosten 171 Euro pro Quadratmeter gewesen. Nun beträgt die Gewinnspanne mit 131 Euro immerhin noch 52 Prozent.

Brucker wies darauf hin, dass das Geld Baumaßnahmen der Infrastruktur mitfinanziert und damit allen Bewohnern zugute kommt.

 

DK | 17.11.2020

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