Schwanau greift 2021 Geldreserven an

Kassenstand schrumpft von 9 auf 3,4 Millionen Euro | Neue Kredite nur in den Eigenbetrieben

SCHWANAU. Die Gemeinde Schwanau wird 2021 rund 1,75 Millionen Euro Verlust machen. Davon geht die Verwaltung aus. Sie stellte ihren Haushaltsentwurf 2021 am Montag dem Gemeinderat vor. Dieser gab das Zahlenwerk vorläufig frei, das nun für den endgültigen Beschluss am 14. Dezember fertiggestellt wird.

Die Einnahmen aus der Gewerbesteuer, noch in 2019 bei 8 Millionen (Mio) Euro, sinken drastisch. In diesem Jahr werden es kaum über 4 Mio sein, für 2021 ging das Rechnungsamt bereits Ende Mai von 2,7 Mio aus. Zwar gibt es vom Bund eine Kompensation für Gewerbesteuerausfälle. Bürgermeister Brucker sprach von 1,7 Mio für die fehlenden 2 Mio im laufenden Jahr (6 Mio waren geplant).

Doch davon müssten wiederum die Kreisumlage und der Finanzausgleich bedient werden, so Brucker. Beide Faktoren belasten den Haushalt 2021 zusätzlich zu den Steuerausfällen. Die Umlagen werden steigen, die Zuweisungen sinken. Die Beträge richten sich jeweils nach der Finanzkraft des vorletzten Jahres, also 2019. Das war das vorerst letzte fette Jahr.

Trotz sinkender Einnahmen sollen weder laufenden Projekte noch Investitionen gestrichen werden (Unterschied siehe Fußnote). Das liegt am derzeit noch komfortablen Barmittelbestand von 9 Mio. Davon sollen Ende 2021 noch 3,4 Mio übrig sein, so die Annahme. Bei den Investitionen ragen die Ortskernsanierung Nonnenweier, diverse Straßensanierungen sowie ein neuer Gerätewagen für die Feuerwehr (300.000 Euro) heraus.

Weil genug in der Kasse ist, sind im Kernhaushalt keine neuen Kredite nötig, jedoch in den Eigenbetrieben. Bei “Wasser und Energie” rechnet die Verwaltung mit rund 800.000 Euro, bei “Abwasser” werden die Beträge noch konkretisiert. Die Kosten für neue Schulden sind gering, weil die Zinsen für öffentliche Kreditnehmer derzeit bei 0,5 Prozent liegen. Beide Eigenbetriebe sollen 2021 wie auch in beiden Folgejahren im Plus sein.

Fußnote: Laufende Ausgaben werden in voller Höhe als Aufwand gebucht und bilden keinen Vermögenswert. Investitionen werden dagegen jährlich abgeschrieben. Der Abschreibungsbetrag ist Aufwand, die Anschaffungskosten abzüglich Abschreibung bilden einen Vermögensposten in der Bilanz.

 

DK | 18.11.2020

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