Mordversuch mit Bohrmaschine

44-Jährige aus Kehl vor der Schwurgerichtskammer | Prozessbeginn am 16. Oktober

KEHL. Laut Anklage kam es zwischen der  44 Jahre alten Frau und ihrem Lebensgefährten am späten Nachmittag des 26. April dieses Jahres zu einem Streit über finanzielle Belange. Beide sollen erheblich alkoholisiert gewesen sein. Nachdem der Streit abgeklungen war, legte sich der Lebensgefährte schlafen, so das Landgericht in einer Pressemitteilung. Gegen 18 Uhr an jenem Apriltag soll die 44-Jährige sich dazu entschlossen haben, ihren Partner zu töten. Sie nahm eine Akku-Bohrmaschine, die mit einem 10 Millimeter-Metallbohrer bestückt war, und setzte diese am Kopf des Lebensgefährten an. Der Geschädigte wachte umgehend auf und überwältige seine Partnerin. Infolge des angeklagten Mordversuchs hatte er Haut- und Gewebeverletzungen sowie kleine blutende Kratzwunden am Körper. Der Knochenbereich der Stirn wurde laut Anklageschrift nicht verletzt.

Die Staatsanwaltschaft sieht das Mordmerkmal Heimtücke als

gegeben an. Das Merkmal der Heimtücke ist erfüllt, wenn bei der Tatausführung die Arg- und Wehrlosigkeit des Opfers bewusst zur Tötung ausgenutzt wird. Für den Prozess sind vier Tage anberaumt. Das Urteil soll am 23. November verkündet werden. Es ist das erste Schwurgerichtsverfahren des neuen Vorsitzenden Richters der Schwurgerichtskammer Stephan Hofsäß. Hofsäß ist Nachfolger von Heinz Walter. Der langjährige Vorsitzende Richter der 1. Großen Strafkammer ist im Juli in den Ruhestand getreten.

 

HR | 14.10.2020

Passende Artikel:

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.