Grundstücksverkäufe finanzieren Infrastruktur

Baulandbetrieb mit 1,5 Millionen Gewinn | Erlöse überstiegen Prognosen

Neuried als Bauherr und Eigentümer sozialer Wohnungen: Acht Einheiten zwischen 50 und 94 Quadratmeter an der Hauptstraße. | Eigentum der Kommune ensteht durch ihre Aufgaben. Hier die Unterbringung von Flüchtlingen und Obdachlosen am Viehweiderweg in Neuried. 

NEURIED. Die Vermarktung von Grundstücken hat die Gemeinde im Eigenbetrieb “Neurieder Bauland” untergebracht. Mitte Juli wurde das Betriebsergebnis für 2018 amtlich und damit öffentlich. Das Zahlenwerk gibt Einblick in das lukrativste Geschäftsfeld der Gemeinde.

Um Baugebiete zu erschließen und zu vermarkten, kauft der Betrieb Grundstücke aus Gemeinde- und Privatbesitz. So wurde in 2018 bei der Kirche in Müllen und am Friedhof in Altenheim Grund für 96.000 Euro erworben. Ende 2018 wies die Bilanz Grundvermögen von 7,8 Millionen (Mio) Euro aus.

Der Verkauf von Grundstücken brachte Erlöse von 2,6 Mio. Darin enthalten sind knapp 600.000 Erschließungsbeiträge der Erwerber. Ergebniswirksam sind nicht die Erlöse selbst, sondern deren Differenz zum Wertansatz der Grundstücke in der Bilanz, denn der wird beim Abgang ausgebucht, stellt also Aufwand dar. So lagen die tatsächlichen Erträge bei 1,5 Mio (2017: 1,6 Mio). Das waren gut 1,3 Mio mehr als geplant.

Gewinne aus dem Baulandverkauf werden in die angrenzende Infrastruktur gesteckt. Satzungsgemäß ist das wirtschaftliche Ziel eine schwarze Null. Die Straßen und Wege der Baugebiete bleiben Eigentum der Gemeinde.

Es gibt auch Grundstücke, die Neuried nicht veräußert, sondern Bauherren auf Lebenszeit überlässt. Die sogenannte Erbpacht läuft in der Regel zwischen 50 und 99 Jahren. Dafür kassierte der Betrieb in 2018 Zinsen von 131.000 Euro.

Gebaut wurde nur für eine halbe Mio Euro, geplant waren 1,7 Mio. Größter Posten war das Baugebiet Oberfeld in Altenheim mit 354.000. Der Betrieb hat kein eigenes Personal. Die Arbeit erledigen Mitarbeiter aus verschiedenen Einrichtungen der Gemeinde, die dafür 124.000 Euro berechnete.

Trotz nachhaltiger Gewinne arbeitet der Baulandbetrieb mit Fremdkapital, was angesichts historisch niedriger Zinsen wirtschaftlich sinnvoll ist. Auch waren die Bankschulden Ende 2018 mit 757.000 Euro im Vergleich zu den anderen Eigenbetrieben niedrig, alle sechs kamen auf knapp 19 Millionen Euro.

 

DK | 22.9.2020

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