Größtes Bauwerk im Ried seit Tulla

Sanierung des Hochwasserdamms wird Meißenheim 4,5 Hektar kosten | Staustufen haben Hochwassergefahr erhöht

So soll das neue Einlassbauwerk im Süden aussehen (Computersimulation) | Der künftige Rückhalteraum Ichenheim/Meißenheim/Ottenheim (IMO) |  Die Schollenhütte steht zu nahe am Damm und muss versetzt werden | Bilder: Regierungspräsidium Freiburg

MEISSENHEIM. Der Hochwasserdamm 9 des künftigen Rückhalteraums Ichenheim|Meißenheim|Ottenheim muss erhöht werden. Die Maßnahme wird das größte hiesige Dammprojekt seit der Rheinbegradigung im 19. Jahrhundert sein. Was auf die Gemeinden zukommt, kann am Polder Elzmündung beobachtet werden, wo die Dammsanierung bereits läuft.

Torben Ott vom Regierungspräsidium Freiburg erläuterte das Projekt letzten Montag vor dem Gemeinderat. Er sagte, die Arbeiten würden erst in ein paar Jahren beginnen und etwa drei Jahre brauchen. Worum geht es?

Der Bau der Staustufen Straßburg (1970) und Nonnenweier hat die Hochwassergefahr erhöht. Der Hochwasserdamm 9 (HWD 9), die östliche Begrenzung des künftigen Rückhalteraums Ichenheim|Meißenheim|Ottenheim (IMO), muss deshalb erhöht werden. Er soll einer Stauhöhe bis zu 2,5 Metern standhalten. Die Erhöhung nimmt nach Norden hin zu, weil der Wasserspiegel waagerecht liegt, das Land aber abfällt.

Landseitig verläuft ein sogenannter Verteidigungsweg neben dem Damm. Dieser dient dazu, bei Hochwasser den Damm zu kontrollieren und zu sichern. Die zusätzliche Fläche beträgt fünf Meter im Süden und steigt auf acht bis zehn Meter südlich der Rennbahn und 15 bis 20 Meter zwischen Rennbahn und Kieswerk an. Hinzu kommen auf beiden Seiten Schutzstreifen von zwei bis drei Metern. Meißenheim muss hierfür circa 4,5 Hektar abtreten, die zum Teil aus Wald bestehen. Bäume müssen weichen.

Der Rückhalteraum IMO erfordert eine Reihe neuer technischer Bauwerke. Dies sind unter anderem:

  • Auslassbauwerk Kieshafen
  • Grundwasserhaltungen am Ortsrand (damit das Grundwasser im Ort nicht steigt)
  • Eine Reihe von Bauwerken am HWD 9
  • Schiemerbauwerk (Bäume müssen gefällt werden)

Die Schollenhütte muss versetzt werden.

Die Maßnahmen sind Teil des Integrierten Rheinprogramms (IRP). Auf ehemaligen Überflutungsflächen zwischen Basel und Mannheim werden 13 Rückhalteräume geschaffen. Dem Rhein werde an selber Stelle Raum zurückgegeben, wo er ihm durch die Rheinbegradigung genommen worden sei, sagte Ott. IMO wird auf 390 Hektar insgesamt 5,8 Millionen Kubikmeter Wasser aufnehmen. Der Ernstfall soll statistisch gesehen alle zehn Jahre eintreten.

 

DK | 1.10.2020

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