Eschensterben drückt Neurieder Forstergebnis

Ökologische und soziale Waldfunktionen werden nicht bewertet | Wald filtert Neurieder Trinkwasser

Naturschutzgebiet Neurieder Auenwald | Hier wird aufgeforstet. Plastikhülsen schützen die jungen Triebe vor Wildverbiss.

NEURIED. Der kleinste der sechs Eigenbetriebe Neurieds bewirtschaftet die größte Fläche. 941 Hektar Gemeindewald unterstehen Revierförster Gunter Hepfer, der auch Meißenheims Wälder betreut. Mit der Finanzrechnung 2018 der Gesamtgemeinde wurde auch die Bilanz des Forstbetriebs im Juli rechtskräftig.

Die Bilanzsumme beträgt lediglich 681.000 Euro. Das liegt im wesentlichen daran, dass die Waldflächen im Kernhaushalt bilanziert werden (Forstland mit Aufwuchs 9,7 Millionen Euro).

Erträge von 242.000 und Aufwendungen von 268.000 Euro ergaben per Saldo ein Minus von 26.000.

Der Holzverkauf brachte 138.000 Euro ein (2017: 146.000). Prominenteste Holzart im Bereich Wertholz war die Esche mit 38.000 Euro. Das Eschentriebsterben erzwingt den Einschlag weit über Normalniveau, entsprechend niedrig sind die Marktpreise. Nächstgrößere Baumart nach Umsatz war die Eiche mit 8.000 Euro. Mit Brennholz wurden 67.000 Euro erlöst.

20.000 Euro bezahlte die Gemeinde Meißenheim für die Beförsterung ihrer Wälder. Pachten, im Wesentlichen Jagdpachten, gingen in Höhe von 11.000 Euro ein.

Dem Forstbetrieb obliegen auch Wegebau und Unterhaltung des Bestattungswaldes Täuferwald. Dafür wird ein Teil der Grabnutzungsentgelte als Ertrag verbucht.

Auf der Ausgabenseite schlugen Personalkosten mit 131.000 Euro zu Buche. Außer Hepfer sind dem Betrieb keine Mitarbeiter zugeordnet. Arbeitsleistung wird extern vergeben, das kostete 116.000 Euro. Hepfer arbeitet mit der Waldservice Ortenau eG zusammen.

Der Forstbetrieb hat neben der Holzvermarktung zwei weitere Aufgabenbereiche. Das sind zum einen die ökologischen Schutzfunktionen (Wasser, Luft u.a.), zum anderen soziale Funktionen wie Erholung und Freizeitaktivitäten. Diese tauchen, im Gegensatz zur Ware Holz, nicht in der Bilanz auf. Darauf wies Gunter Hefner auf unsere Nachfrage hin. So sei das Neurieder Trinkwasser vor der Zusammenlegung der Wasserversorgung stark nitratbelastet gewesen. Für die Zubereitung von Babynahrung habe die Gemeinde damals unbelastetes Wasser in Kanistern ausgegeben. Seit das Wasser aus dem Tiefwasserbrunnen im Dundenheimer Wald komme, sei es praktisch nitratfrei.

 

DK | 21.9.2020

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