Entwurf für Altenheimer ZOB überzeugt noch nicht

Bedenken bezüglich Enge bleiben | Wie soll angrenzende Tierschlachtung verborgen werden?

ALTENHEIM. Von vier Planvarianten wurden drei verworfen, bevor sie überhaupt in den Ortschaftsrat gelangten. Allein das zeigt, wie schwierig das Vorhaben ZOB ist. Übrig bleibt ein Entwurf, der im Rat einige Zweifel aufwarf. Dennoch stimmten die Räte am Montag einstimmig dafür.

Das Projekt Umgestaltung der Haltestelle Lindengasse zum Zentralen Omnibusbahnhof steckt noch in der Anfangsphase. Zunächst ging es darum, einen Entwurf zu bestimmen, auf dessen Grundlage eine detaillierte Planung erfolgen kann. Die ist Voraussetzung für die Berechnung der Kosten.

Der Umstieg Lindengasse soll umgestaltet werden, weil die Verkehrssituation als unübersichtlich bis gefährlich eingestuft wird, wenn bis zu vier Busse gleichzeitig dort verkehren. Die Gemeinde sei von der Polizei wiederholt darauf hingewiesen worden, sagte Ortsvorsteher Jochen Strosack. Außerdem sind öffentliche Toiletten, Fahrradständer und Sitzbänke nicht mehr zeitgemäß.

Der Platz liegt mitten im Dorf, Raum ist entsprechend knapp. Die Gemeinde hat daher das dahinterliegende Grundstück samt Gasthaus Linde erworben, um die Anlage erweitern zu können. Das traditionsreiche, aber heruntergekommene Gasthaus könne bei den gegebenen Anforderungen nicht erhalten werden, stellte Vanessa Huber vom Ingenieurbüro RS klar, das mit der Planung beauftragt ist. Patrick Löffel, der 2.000 Unterschriften gesammelt hat, um die Linde zu retten, machte sich erneut dafür stark.

 

Dies sind die Anforderungen:

  • Vier 18 m lange Gelenkbusse müssen gleichzeitig verkehren können
  • Eine zusätzliche Nothaltestelle am gegenüberliegenden Gehweg Lindengasse für Stoßzeiten
  • Barrierefreier Zugang zu den Bussen
  • Überdachung der Wartezonen
  • Vandalismus-resistente Toiletten
  • Radstellplätze
 

ÖNV und Tierschlachtung nebeneinander?

Der verabschiedete, von Verwaltung, Polizei und SWEG favorisierte Entwurf sieht eine einzige große “Insel” vor, die komplett überdacht werden soll. Ob dies nicht viel zu mächtig sei, gab Uta Adam (Freie Wähler) zu bedenken. Farbige Linien, die die Bus-Bewegungen simulieren sollten, bedeckten den Plan und schrammten buchstäblich an benachbarten Grundstücksecken vorbei. “Mir kommt das viel zu eng vor,” zweifelte Michaela Karl (Umwelt und Leben).

Dominik Zinsel (FW) wies darauf hin, dass die angrenzende Metzgerei Ehret laufend Lieferungen von lebenden Tieren zur Schlachtung erhält. Die Fahrzeuge müssen die Metzgerei über die ZOB-Fläche anfahren. Das hatten die Ingenieure wohl bedacht, nicht aber, dass das Töten von Tieren in unmittelbarer Nähe Unbehagen unter Fahrgästen auslösen könnte. Ralf Wendle (FW) und Bernd Uebel (SPD) pflichteten Zinsel bei. Die Frage wird nun sein, was getan werden kann, damit der Schlachtbetrieb unbemerkt bleibt.

 

DK | 02.07.2020

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