Die Café-Kultur der Familie Hartwig

Rezepte aus dem Ried | Zwetschgenkuchen vom Café Lager in Neuried

Das Wochenende ist für Viele die Zeit, essen zu gehen oder daheim zu kochen. Jeden Samstag servieren wir ein Rezept aus dem Ried, garniert mit Infos zur Lokalität. Heute: Café Lager in Neuried

NEURIED. Halb vier am Nachmittag, es ist Teatime. Kaffee oder Tee, jedenfalls Kuchen dazu. Wer pflegt noch diese Tradition? Offenbar viele, wie ein Besuch im Café Lager zeigt. Inhaber Karin und Christoph Hartwig haben Café-Kultur ins Ried gebracht. Das hat sich bis ins Elsass und den Schwarzwald herumgesprochen.

Karin Hartwig (76) backt ihre Kuchen selber. Genauer gesagt, sind es Tartes. Die französische Machart ist flacher, hat weniger Teig, dafür mehr Früchte. Alles begann mit “Gerdas Apfelkuchen mit Krokant”.

Karin Hartwig und Sohn Christoph (54) gründeten das Café Lager vor gut 10 Jahren. Ihr Standort an der Kirchstraße 8, das historische Gasthaus zu den drei Königen, stand damals leer. Für beide endete ein Lebensabschnitt. Christoph, von Beruf Friseurmeister, hatte seinen Salon in Offenburg geschlossen. Karin, zuvor dort Rezeptionistin, hatte keine Lust auf ein Rentnerdasein. “Ich wollte unbedingt etwas machen. Die Idee, ein Café zu eröffnen, entstand in Gesprächen mit Freunden.”

Gerda war ihre Mutter. Karin Hartwig spricht mit Hochachtung von ihr. Die Freude am Backen habe sie von ihrer Mutter, sagt sie. “Gerdas Apfelkuchen” gelang von Mal zu Mal besser. Heute sind die Tartes der 76-Jährigen weithin bekannt. “Oft kommen die Leute nur, um unsere Kuchen zu holen”, sagt sie. Das hat nichts mit Corona zu tun. “Sie wollen ihn zu Hause genießen.”

Der helle, im weißen Vintage-Stil gehaltene Gastraum hat normalerweise 50-55 Plätze. “Wegen der Corona-Verordnung dürfen derzeit nur 30 Plätze belegt werden”, sagt Christoph Hartwig. “Das war im Sommer kein Problem, weil wir draußen im Hof bestuhlen konnten.”

Im Winter wird die Einschränkung aber greifen. Ob sich das zahlenmäßig auswirkt, muss abgewartet werden. Das Jahr sei bisher jedenfalls gut gelaufen, sagt Christoph, der für das Kaufmännische zuständig ist. Mutter Karin führt die Abteilung Backen, Dekorieren, Putzen. “Wir sind ein gutes Team”, sagen beide lachend. Wer einmal ihr Gast war, kann das bestätigen.

DK | 17.10.2020

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