Auf kommunalen Kleinflächen Lebensraum für Insekten schaffen

“Eh da – Flächen” wenig mähen | Kräutervielfalt fördern

NEURIED-DUNDENHEIM. Was ist “eh da” und muss nicht extra angelegt werden? Unscheinbare, meist kleine Flächen in Gemeindebesitz, die nicht gesondert genutzt werden. Dazu zählen Straßenränder, Böschungen, Gewässerdämme und anderes mehr. Sie sind Lebensraum für Pflanzen und Insekten. Wie auf ihnen die Vielfalt der Arten gefördert werden kann, zeigte Stefan Schwarz (Umwelt und Leben) vor dem Ortschaftsrat auf.

Seit 2014 gibt es die bundesweite “Eh da”-Initiative, der sich nach Wunsch der Fraktion Umwelt & Leben die Gemeinde Neuried anschließen soll. Die Initiative will den ökologischen Wert der Flächen bewusst machen, eine andere Bewirtschaftung erreichen und dies breit kommunizieren. Der Hintergrund ist, dass fortlaufend Insektenarten sterben, weil sie keine ausreichenden “Weidegründe” vorfinden.

Üblicherweise werden Eh da – Flächen mehrmals im Jahr gemäht. Das Mähgut bleibt liegen und düngt die Wiese. Das fördert schnellwachsende Pflanzen, die schwächere Arten verdrängen. Das Ergebnis ist die sogenannte Fettwiese mit einigen wenigen Kräutern, die nur bestimmten Insekten Nahrung bieten.

Nach Stefan Schwarz sollen nun Magerwiesen geschaffen werden. Die entstehen, wenn nur ein- bis zweimal im Jahr gemäht und das Mähgut abtransportiert wird. Hier haben mehr Arten eine Chance.

Nach Schwarz gibt es auf Neurieder Gemarkung mehrere Hektar solcher Flächen. Er regte an, zunächst Musterflächen anzulegen. Seine Fraktion sei bereit, dort erklärende Schilder aufzustellen.

Ohne formellen Beschluss war der Rat einig, mit dem neuen Rückhaltebecken an der Langemattstraße zu beginnen. Bereits jetzt wird dort an der Böschung ein Blühstreifen belassen.

Die Sohle solle künftig nur einmal im Jahr gemäht werden, sagte Hans Mild (Freie Wähler). Hermann Fuchs (U&L) wies darauf hin, dass auch auf Privatgrund etwas getan werden könne. In vielen Neurieder Gärten sei das schon der Fall.

 

DK | 10.07.2020

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